Ausgrenzung von Behinderten im Nahverkehr verhindern

Veröffentlicht am 09.01.2015 in Arbeitsgemeinschaften

Der Verkehrsverbund Niedersachsen-Bremen (VBN) hat zum 01. Januar 2015 seine Mitgliedsunternehmen aufgefordert, dass sie aus Sicherheitsgründen keine Beförderungspflicht für Menschen mit Behinderungen oder Senioren haben, die mit Elektromobilen (E-Scooter) transportiert werden wollen.

Dazu erklärt Uwe Parpart, Vorsitzender Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ im SPD-Unterbezirk Bremerhaven (die Arbeitsgemeinschaft „Selbst Aktiv“ vertritt die Interessen behinderten Menschen innerhalb der SPD):

„Seniorinnen und Senioren und Menschen mit Behinderten sind besonders darauf angewiesen, dass sie umfänglich den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. Das gilt nicht zuletzt für den kommunalen Linienbusverkehr. Es muss gewährleistet sein, dass gehandicapte Menschen in einer Gemeinde von A nach B gelangen können. Mobilität ist ein hohes Gut in unserer modernen Gesellschaft und unabdingbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe.

Im Bremerhaven wurde im Dezember letzten Jahres der Teilhabeplan für behinderte Menschen von der Seestadt Bremerhaven beschlossen.

Auch auf dieser Grundlage ist es erforderlich, sich für Lösungen dieser Problematik einzusetzen.

Es ist zwar verständlich, dass Sicherheitsbedenken bei dem Transport von E-Scootern ausgeschlossen werden, aber die Mitnahme generell zu verbieten, ist kein gangbarer Weg.“

„Wir fordern den VBN auf, mit den betroffenen Behindertenverbänden und den Seniorenverbänden nach Lösungen zu suchen, die sicherstellen, dass die Erwerber/Erwerberinnen solcher E-Scooter sicher sein können, dass sie in Zukunft transportiert werden. Das Verbot ist aufgrund eines Gutachtens in Köln (in Auftrag gegeben von den dortigen Verkehrsbetrieben) ausgesprochen worden.

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen erwägt ein zusätzliches Gutachten in Auftrag zu geben, das klären soll, welche E-Scooter nach welchen Spezifikationen in Zukunft transportiert werden können.“

„Das wäre ein gangbarer Weg“, so Uwe Parpart.

 

 

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