Seit 2008 gelten auch für Gesellschaften an denen Bremen den (Mehrheits-) Besitz hält klare Regelungen: Unternehmen oder Betriebe mit mehr als 20 Beschäftigten haben Förderpläne mit festen Ziel- und Zeitvorgaben zu erlassen, um den Anteil von Frauen unter den Beschäftigten auf den der Männer zu erhöhen.
Doch wie sieht die Umsetzung dieser Regelungen in der Praxis aus? Genau das hat die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Sybille Böschen, in der Bürgerschaft nachgefragt. Bislang gebe es in 16 der insgesamt 24 entsprechenden Mehrheitsgesellschaften Frauenförderpläne, führte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) aus. Darüber hinaus seien in zwölf Gesellschaften Frauenbeauftragte gewählt worden.
„Ein guter Anfang“, bilanzierte Böschen, forderte aber weitere Anstrengungen: „Ich gehe davon aus, dass die Regelungen zur Frauenförderung auch in den übrigen Gesellschaften zeitnah durchgesetzt werden.“
Genau das sicherte Linnert zu: „Wir werden sicherstellen, dass auch die restlichen Gesellschaften den Regelungen im Jahr 2013 nachkommen.“ Zudem soll auch die Gewoba in die Pflicht genommen werden: „Gerade unser großes kommunales Wohnungsbauunternehmen sollte bei der Gleichstellung von Mann und Frau als gutes Beispiel mit entsprechenden Förderplänen und einer Frauenbeauftragten vorangehen“, betonte Böschen. Auch dabei will Linnert tätig werden: Man werde den Gewoba-Aufsichtsrat auf das Thema hinweisen und einen entsprechenden Bericht einfordern. Um den Druck zu erhöhen, könne zudem darüber nachgedacht werden, in den Tantieme-Vereinbarungen mit den Gewoba-Vorständen die Umsetzung der Gleichstellungsregelungen als Ziel zu nennen.