Sascha Karolin Aulepp oder Mustafa Güngör – wer wird die neue Spitze der Bremer Landesorganisation der SPD? Auch diese Frage bewegt dieser Tage die Bremerhavener Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten. Denn ab der kommenden Woche werden die Briefwahlunterlagen verschickt, bis 15. April 2016 , 24.00 Uhr, können auch die rund 1000 Bremerhavener SPD-Mitglieder beim Mitgliedervotum per Briefwahl abstimmen, wer dem bisherigen Landesvorsitzenden Dieter Reinken nachfolgen soll. Das Ergebnis des Mitgliedervotums ist für den Wahlparteitag bindend, wenn das Quorum von 20% Wahlbeteiligung erfüllt wird.
Zur Vorbereitung der Wahlentscheidung fanden und finden dieser Tage vielfältige Vorstellungstermine der beiden Kandidaten statt – so auch am gestrigen Montag (14.03.2016) für die Bremerhavener SPD. Rund 120 Parteimitglieder nutzten die Gelegenheit, den beiden Kandidaten beim gut zweistündigen Gespräch im Haus am Blink auf den Zahn zu fühlen. Bremerhavens SPD-Chef, Senator Martin Günthner, moderierte die Veranstaltung, in der sehr lebhaft diskutiert wurde.
Sascha Karolin Aulepp (45 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, Jugendrichterin) mahnte an, Aufgabe der SPD müsse es noch stärker sein, gute Voraussetzungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen, Rahmenbedingungen für gute Arbeitsplätze zu schaffen und gute Konzepte zur Bewältigung der Herausforderungen mit Flüchtlingen zu liefern: „Dabei ist es wichtig, die Menschen, die hier wohnen, nicht aus den Augen zu verlieren: Wir brauchen auch infrastrukturelle Hilfen für unsere eigene Bevölkerung, auch mit Blick auf morgen. Ich unterstütze daher den Vorstoß von Vizekanzler Sigmar Gabriel, das konservative Festhalten an der schwarzen Null ist die falsche Antwort.“
Mustafa Güngör (Jahrgang 1978, verheiratet, eine Tochter, diplomierter Politikwissenschaftler und Chef eines Kleinunternehmens in der IT-Branche) betonte, eine Antwort auf die am Sonntag stattgefundenen Landtagswahlen müsse sein, noch besser die eigene Politik zu erklären und mit aller Kraft als Demokratie gegen die Feinde von Freiheit, Menschlichkeit und Gerechtigkeit aufzustehen. „Ich möchte an der Spitze einer SPD sein, der es neu gelingt, quer durch alle gesellschaftlichen Schichten Bündnisse zu bilden, gegen rechts und für ein starkes Miteinander in Bremen und Bremerhaven.“ Er habe der SPD viel zu verdanken und wolle mit seiner Kandidatur Kraft und Zeit zurückgeben, um der Landesorganisation neuen Schwung zu verleihen.