SPD Bremerhaven hat ihre Kandidat/innen aufgestellt.

Veröffentlicht am 12.10.2014 in Unterbezirk

Von Swen Awiszus

,,Wir brauchen ein neues Selbstbewusstsein in und für Bremerhaven. Mit unseren Kandidatinnen und Kandidaten werden wir die Stadt weiter nach vorne bringen, sie ist in guten Händen - das zu vermitteln, dafür kämpfen wir von heute an, um im Mai kommenden Jahres wieder vorne zu sein", gab sich Bremerhavens SPD-Parteivorsitzender, Senator Martin Günthner, kämpferisch bei der Eröffnung des Parteitags am Samstag (11.10.2014) in der ehemaligen ,,theo" im Stadtteil Lehe. Hauptthema des Parteitages war die Aufstellung der Listen für die Wahlen zur Bremischen Bürgerschaft und zur Stadtverordnetenversammlung.

In seiner Eröffnungsansprache sagte Günthner, die SPD trete mit einer starken Liste an: Wenn die Bürgerinnen und Bürger im Mai 2015 zur Wahl gingen, biete die SPD mit den Kandidatinnen und Kandidaten für Bürgerschaft und Stadtverordnetenversammlung ein ausgewogenes Personaltableau. ,,Wir wollen die gute Arbeit fortsetzen - für Bremerhaven und fürs Land", sagte Günthner unter dem Beifall der mehr als 100 Delegierten. Erstes Ziel bleibe, so der Senator, die Schaffung und die Sicherung von Arbeitsplätzen. In diesem Zusammenhang ,,war und bleibt es richtig, dass wir am Offshore-Terminal festhalten". Die Arbeitsmarktpolitik der SPD sei erfolgreich: Jugendberufsagentur und die Ausbildungsgarantie seien wichtige Bausteine gerade für junge Menschen. ,,Die Botschaft ist klar: Wir wollen gerade den jungen Menschen ein Angebot machen, dass der Start ins Leben auch mit einem sicheren Start ins Berufsleben seine Fortsetzung findet", so der SPD-Politiker. ,,Niemanden durch das Rost fallen lassen" müsse der Rote Faden der SPD-Politik bleiben. So wichtig wie gute Arbeitsplätze seien gute Bildungsangebote - in der Schule und an den Universitäten. ,,Wir erleben in Bremerhaven, wie unsere Hochschule zum Innovationsmotor wird. Das ist gut und wichtig, wir müssen das unterstützen." Darüber hinaus sei es wichtig, den Rücken grade zu machen mit Blick darauf, was Bremerhaven sei und an innovativem Know-how einbringe: ,,Viele wissen nicht, dass beispielsweise die Kabelbäume für das Projekt Galileo aus Bremerhaven kommen. Das Label ,,Made in Bremerhaven" ist ein guter Grund, mit Selbstbewusstsein auf unsere Stadt zu schauen", sagte Günthner, der mit mehr als 94 Prozent die Bremerhavener SPD-Liste zur Bürgerschaftswahl anführt.

Für den Wahlkampf im Mai machte Günthner klar, dass mit der SPD zu rechnen sei: ,,Wir müssen uns tummeln und wir werden deutlich uns bemerkbar machen." Wahlerfolge seien auch in Bremerhaven kein Selbstläufer: ,,Wir waren immer dann besonders stark, wenn wir uns gut untergehakt haben. Glaubwürdig sind wir aber erst dann, wenn Reden und Handeln übereinstimmen. Das ist der Markenkern der Bremerhavener Sozialdemokratie, das grenzt uns ab von Dampfplauderern und anderen, die sich im Alltagspopulismus verlieren und den Menschen nur nach dem Munde reden." Günthner sagte, das Ziel der SPD Bremerhaven blieben gute Perspektiven für die Stadtteile, solide Arbeitschancen und tragfähige Angebote für Kinder und Jugendliche. ,,Wir wissen, dass die Zeiten nicht einfach sind, aber gerade deshalb werden wir gebraucht: Bei schönem Wetter an der Strandhalle entlang zu flanieren, das können wir den anderen überlassen. Aber das Anpacken, das traut man uns zu, der SPD. Wir wollen dieses Vertrauen rechtfertigen und um neues Werben", sagte Günthner unter dem Beifall der Delegierten.

Sönke Allers, Spitzenkandidat der SPD Bremerhaven für die Stadtverordnetenversammlung, machte deutlich, die Sitzungen der Findungskommission seien ein Genuss gewesen: ,,Das, was wir an Personal auf dem Zettel haben, ist phänomenal. Ich würde mir wünschen, dass die neue Fraktion aus 32 Menschen besteht. Auch wenn wir dann das Luxusproblem hätten, erstmal keinen Nachrücker zu haben", sagte der Fraktionsvorsitzende. Er zog ein launiges Resümee seiner dreieinhalb Jahre an der Fraktionsspitze und dankte den Fraktionsmitgliedern für die großartige Unterstützung: ,,Es ist nicht immer leicht im politischen Geschäft, aber ich bin stolz auf meine Fraktion, dass wir in den wichtigen Fragen immer zusammen gestanden haben. Ich kann mir vorstellen, dass es manchmal für die Presse langweilig ist, solche Geschlossenheit zu erleben. Aber ich sage es aus meiner Sicht: Es ist nicht nur gut für uns, sondern vor allem gut für die Stadt, wenn wir uns einig sind." Allers sagte, einiges, was links und rechts von der SPD in der Vergangenheit vom Stapel gelassen worden sei, habe die politische Halbwertszeit eines Sekundenbruchteils. ,,Das merken auch die Menschen draußen, lasst Euch da nicht irre machen. Eins plus eins ist zwei - ich weiss, es gibt Leute mit anderen Ergebnissen, aber das ist eben der individuelle Realitätsverlust. Bei uns stimmt die Kompassnadel, wir halten Kurs."

Bei den anschließenden Listenaufstellungen zeigte sich die gute vorbereitende Arbeit der Findungskommission: Mit nur wenigen Änderungen billigten die Delegierten die Vorschläge. Die Liste der Bürgerschaftskandidaten führen Martin Günther und Sybille Böschen, gleichstellungspolitische Sprecherin und stellvertretende SPD-Vorsitzende, an. Auf Platz drei folgt Elias Tsartilidis, wissenschaftspolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion, auf Platz vier Manuela Mahnke, europapolitische Sprecherin. Auf Platz fünf wurde Uwe Schmidt gesetzt, auf Platz sechs Petra Jäschke. Der hafenpolitische Spreche Frank Schildt kandidiert auf Platz sieben, Kerstin Imrie auf Platz acht. Auf Platz neun kandidiert Wolfgang Jägers, verkehrs- und agrarpolitischer Sprecher. Platz zehn hält Lennard Türk, auf Platz 11 tritt Holger Welt an. Peter Borchert kandidiert auf Platz 12, Patrick Öztürk (13), Werner Kirschstein (14) und Dennis Kramer (15) komplettieren die Liste.

 

Zur Stadtverordnetenversammlung sind Fraktionschef Sönke Allers und Gesundheitsstadträtin die Spitzenkandidaten, gefolgt von Fraktionsvize und DGB-Chef Karsten Behrenwald, der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Martina Kirschstein-Klingner, Feuerwehr-Dezernent Jörn Hoffmann und der gesundheitspolitischen Sprecherin Marika Büsing. Auf Platz 7 kandidiert Kalle Michen, ihm folgt Katja Reimelt (8). Daniel Müller, Betriebsratsvorsitzender der Lloyd-Werft, kandidiert auf Platz 9, ihm folgt Herta Schneider. Behindertenstadtrat Uwe Parpart kandidiert auf Platz 11, ihm folgt Katrin Pohlmann auf Platz 12. Fatih Kurutlu (13), Rita Pein (14), Nils Bothen (15), Gunda Türk (16) und Horst Cordes (17) kandidieren ebenfalls, gefolgt von Lisa Wittig (18), Torsten von Haaren (19), Ilsabe Zöller (20), Marcus Kahrs (21), Ute Kohnke (22), Dennis van der Kamp (23), Matthias Wefer (24) und Harry Viebrok (25). Auf Platz 26 platzierten die Delegierten den Surheider Kai Hamel, ihm folgen Michael Bühre (27), Swen Awiszus (28), Markus Stührenberg (29), Rihart Marinkov (30), Timo Hörske (31) und Stefan Rohleder (32).

Zum zweiten Mal wird im Mai 2015 in Bremen und Bremerhaven das neue Wahlrecht angewendet. Jeder Wähler hat fünf Stimmen, die er an die Kandidaten der Listen in seinem Wahlbereich geben kann. Die fünf Stimmen können in beliebiger Weise auf Kandidaten (Personenwahl) oder auf Wahlvorschläge in ihrer Gesamtheit (Listenwahl) verteilt werden. Jede Aufteilung ist zulässig, solange nicht mehr als fünf Stimmen vergeben werden.

 

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