
Für Martin Günthner, SPD-Unterbezirksvorsitzender Bremerhaven, ist es ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen. Am Dienstagabend fand in den Räumen der swb, in der Rickmerstraße der „Halbzeitparteitag“ des Bremerhavener Unterbezirks statt. Neben dem Parteivorsitzenden, sprachen auch Oberbürgermeister Melf Grantz und der Fraktionsvorsitzende Sönke Allers über das, was die Bremerhavener SPD in den vergangenen zwei Jahren politisch erreicht hat.
Gerade bei der Arbeitplatzentwicklung können sich die politischen Erfolge der Seestadt SPD sehen lassen: „Aus dem tiefen Tal kommend, haben wir viel erreicht“, sagte Martin Günthner vor den rund 100 anwesenden Delegierten des Unterbezirks. Allein im Bereich der Offshore Industrie seien 3500 Arbeitsplätze geschaffen worden. 9000 Menschen seien mittlerweile im Fischereihafen beschäftigt. Von den 9000 Beschäftigten arbeiteten allein 4000 Menschen in der Nahrungsmittelindustrie. Deutlich gesunken sei die Anzahl der Menschen, die arbeitslos seien. Das sei ein erfolgreiches Etappenziel für die Seestadt SPD, deren erklärtes Ziel es sei, den Menschen in Bremerhaven einen Aufstieg durch ihre Arbeit zu ermöglichen.
Mit den Grünen als Koalitionspartner sei vieles gemeinschaftlich vorangebracht worden. „Das ist vor allem ein Verdienst des Oberbürgermeisters“, betonte Martin Günthner.
Für Oberbürgermeister Melf Grantz hat sich die Seestadt in den vergangenen zwei Jahren konsequent weiterentwickelt. Klar bekannte sich auch der Oberbürgermeister zur Offshore Windenergie: „Ich stehe zur Offshore Windenergie und werde alles dafür tun, diesen Bereich weiter voran zu bringen.“ Bremerhaven sei eine Stadt, die allen gehöre. „Solidarisch und gemeinschaftlich werde die Stadt weiterentwickelt“, sagte Melf Grantz. In den Stadtteilen spricht er sich deshalb für eine frühzeitige Bürgerbeteiligung an geplanten Projekten aus. Trotz der Erfolge gebe es aber noch viel zu tun. So beherberge die Hochschule Bremerhaven mittlerweile zwar 4000 Studenten. „Doch wir brauchen einen weiteren Ausbau der Hochschule.“ Auch werde weiterer Wohnraum für junge Familien und ältere Mitbürger benötigt. „Wir brauchen auch Angebote für Menschen, die temporär hier leben, wie beispielsweise Wissenschaftler“, ist Grantz überzeugt. Im Bereich der Kinderbetreuung für Kinder, die jünger als drei Jahre sind, könne die Seestadt ebenfalls Erfolge verzeichnen: 240 Plätze seien zusätzlich im U3 seien geschaffen worden. „Denn ein wichtiger Bestandteil sozialdemokratischer Politik ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Grantz. Der Fraktionsvorsitzende Sönke Allers schloss sich an: „Die Kitas werden bedarfsgerecht weiterentwickelt.“ Als wichtige Etappe nannte er auch die Lärmschutzmaßnahmen, die nun in der Stadt umgesetzt worden seien. Als nächstes Ziel stehe die Weiterentwicklung der Stadtteile auf der Agenda. „Da haben wir schon Gespräche mit dem Gartenbauamt geführt“, erzählte Allers. Künftig soll es in Bremerhaven zudem gezielte Freizeitangebote für junge Menschen im Alter von 14 bis 20 Jahren geben. Eigentlich, so Sönke Allers, sei es bei einer politischen Halbzeit fast so wie beim Fußball. Der Trainer habe nach einer erfolgreichen Halbzeit die Mannschaft in der Kabine um sich versammelt und bestärke sie weiter so erfolgreich zu spielen. „Wir haben zwei Jahre lang erfolgreich gearbeitet und werden auch zwei weitere Jahre erfolgreich arbeiten“, sagte Sönke Allers.
Katharina Rosenbaum