Seit über 30 Jahren wird der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen am 25. November begangen.
Bremen steht für ein frauengerechtes Hilfe- und Unterstützungssystem für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder. Neben den Bremer Frauenhäusern, die Frauen, die von Gewalt betroffen sind, aufnehmen und ihnen Schutz und Unterstützung bieten, gibt es mittlerweile eine Vielzahl von staatlichen und nichtstaatlichen Hilfe- und Beratungseinrichtungen. „Beziehungs- und sexuelle Gewaltdelikte haben erhebliche physische und psychische Folgen für die Betroffenen. Die Opfer leiden oft ein Leben lang.
Die rot-grüne Koalition hat deshalb im vergangenen Jahr die finanzielle Ausstattung für viele Beratungseinrichtungen trotz der bestehenden Haushaltsnotlage verbessert. Darüber hinaus haben wir den Senat aufgefordert, das Hilfesystem für von häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder dahingehend zu überprüfen, ob die Angebote so ausgestattet sind, dass betroffenen Frauen die benötigte Hilfe auch zeitnah und verlässlich zur Verfügung steht“, so die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion Sybille Böschen.
Der entsprechende Bericht wurde dem Gleichstellungsausschuss vor kurzem vorgelegt. „Die Evaluation hat neben vielen positiven Entwicklungstendenzen auch Defizite aufgezeigt. Die müssen wir beheben, wenn wir eine niedrigschwellige und längerfristige Begleitung und Beratung, die bei traumatischen Gewalterfahrungen notwendig ist, gewährleisten wollen“, so Böschen. Konstatiert wird bspw. eine Unterversorgung von zugewanderten Frauen, fehlende Angebote für Frauen mit geistiger Einschränkung/Behinderung oder auch fehlende Kapazitäten in den Einrichtungen für eine kontinuierliche Fortbildung. „Der Bericht zeigt schließlich auch, dass wir uns noch einmal der Situation der Frauenhäuser annehmen müssen.
Ein Kernproblem ist hier, dass für Frauen, die keinen Anspruch auf Sozialleistungen haben, wie Studentinnen, EU-Bürgerinnen oder Frauen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, die Finanzierung über das Frauenhaus nicht sichergestellt werden kann.“
Böschen weist abschließend darauf hin, dass häusliche Beziehungsgewalt in allen sozialen Schichten anzutreffen ist und dass Dunkelziffer trotz der zunehmenden öffentlichen Thematisierung hoch ist.